Jugendtheater in Krefeld

 

* Startseite     * Archiv     * Gästebuch



* Themen
     Bernada Albas Haus
     Guerillia-Theater
     Heimat
     Best of Jugendclub
     Alice in disneyland
     Sonstige

* mehr
     Kresch
     Stadttheater Kr/Mg
     Musiktheater

* Links
     Kresch
     Theater Kr/Mg
     Musiktheater
     Trat Quan Musicals
     Heimatblog


Webnews







Flamenco für Bernada Alba

Haltung! Brust raus, Schultern runter, Rücken gerade, Kopf hoch. Energie. Kraft. Stolz. Frauen die Hüften! Und die Hände kreisen, der Mittelfinger führt die Bewegung an – nach innen, nach außen. Ganzer Fuß, Ballen, Ferse.

30 junge Menschen versuchen sich noch eher unbeholfen, dicht gedrängt auf der Probebühne in der Fabrik Heeder, in der Kunst des spanischen Tanzes. Mit streng zurückgebundenen/ gegelten Haaren, ein paar Schweißperlen auf der Stirn und schmerzenden Füssen (man ist die Absatz-Schuhe einfach nicht gewöhnt) ist man krampfhaft bemüht all die vielen Körperteile und Muskeln, von denen man bis zum heutigen Tag gar nichts wusste, koordiniert zu bekommen. Viel zu viel an das man gleichzeitig denken muss. Aber vorne steht ein wunderbarer Profi mit einem aufmunternden Lächeln, dem der Flamenco im Blut liegt - wie will man da nicht motiviert sein.

Nach den üblichen drei Stunden Probenzeit gehen heute alle etwas geschaffter nach Hause als gewöhnlich, doch den meisten scheint das Tanzen nicht weniger Freude zu machen als das Theaterspiel und so bleibt ein Hoffen auf viele weitere Flamencostunden damit im Juni ein paar überzeugende Stampfer mit der richtigen Haltung auf die Bühne gebracht werden. Eins steht fest: ab heute immer in den hohen Schuhe und mit zurück gebundenen Haare und neuer fester Bestandteil des Aufwärmprogramms vor jeden Probe: die erste kleine, hart erarbeitete Flamenco-Coreo (wenn man sich schon nicht an die Aufforderung hält jeden Tag 10 Min vorm Spiegel zu üben)…

(Montag12.Februar 2007, Abend)


1.3.07 21:36



Durchlauf in der ersten Probe
 
„Das ist die aktualisierte Textfassung, für jeden eine, ich bin dafür wir spielen das direkt einfach einmal alles durch!“
 
10 junge Menschen, die zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen sind, und gemeinsam mit Verena Mayer deren Abschiedsinszenierung bestreiten wollen, stehen einen Moment verdutzt im Raum und ehe sie sich versehen auch schon auf der Bühne. Mit ein paar Blättern in der Hand, die 8 Jahre theaterpädagogische Arbeit auf den Punkt bringen. Jedem, der irgendwann einmal als „Clubber“ auf der Bühne stand müsste ein Lächeln über die Lippen huschen. Denen, die sich gerade durch den Text hangeln geht es allemal so. Ganz zu schweigen von der, die sich das ganze einmal erdacht und hart erarbeitet hat und sich eine kleine rührende Liebeserklärung an ihre Spieler nicht verkneifen kann.
 
„Wunderbar, dann würd ich sagen sehn wir uns zur Generalprobe.“ – Natürlich nicht. Ganz so grandios war der erste Durchlauf dann nun doch nicht. Und das wär ja auch schade, denn auch wenn das Gefühl vor Publikum zu Spielen etwas Besonderes ist, Proben haben doch ihren ganz eigenen Charme, vor allem solche mit Verena!
 
(Freitag 23.Februar 2007, Nachmittag)

3.3.07 22:58


Vorankündigung

Dieses Wochenende, und zwar am Sa. den 10.3.2007 feiert der Literaturkurs der Montessori-Gesamtschule unter der Leitung von Herrn Schücker-Hermanns mit seinem Stück "Fahrschein zur Hölle oder Himmelwärts" von Ödön van Horvath Premiere.

Weitere Vorstellungen 11.-13.3 jeweils um 19.30 h, am Minkweg 26, 47803 Krefeld.

5.3.07 10:25


Alice in Disneyland

„Ihr müsst versuchen die Logik völlig außer Acht zu lassen und quer zudenken“…unter diesem Motto begannen also im September letzten Jahres 21 Jugendliche, zuerst ziemlich planlos, sich in die sonderbare Abenteuergeschichte der Alice zu versetzen und vor allem reinzufühlen.

Anders als im Klassiker „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll spielt unsere Alicegeschichte im Disneyland. So begegnet Alice beispielsweise, nach ihrem Fall in die andere Welt, nicht nur der Raupe oder der Grinsekatze, sondern auch den grauen Herren der Zeit, Nemo und all seinen Freunden oder der Elefantenkompanie aus dem Dschungelbuch. Sie trifft auf eine Welt, die voll von absurden Regeln ist und immer wieder hat sie das Gefühl, das alles was ihr hier begegnet einfach ziemlich komisch ist und dass, obwohl doch gestern noch alles wie immer war!

Nach und nach ließen wir uns als Spieler auf diese Konfusität der anderen Welt ein und gewöhnten uns an Aufgaben wie z.B. nun fühlt euch mal wie ein Blatt im Wind oder versucht doch bitte die ganze Szene über laut zu lachen oder bringt die Gegenstände zum Fliegen oder bei jedem Satz steht ihr bitte auf und fangt lauthals an zu rufen oder auch führt jeden Befehl genau gegenteilig aus. Die Proben sind also meist sehr amüsant, da ein jeder seiner Phantasie freien Lauf lassen kann, denn je verrückter desto besser. Im Disneyland existiert nämlich keine Art der Logik mehr. Und nun ca. einen Monat vor der Premiere (am 10.April) könnten wir uns selber schon fast Bewohner des Disneylandes nennen.

8.3.07 18:11


Einmal Planet und wieder zurück

Vom kreisenden Planeten mit Emotion über einen Haufen Probenkommentar-Zitate von Verena Mayer, zum Fassbinder-Prolet, und dem absolute versnobten Spießbürger, um letztendlich als Banker im „Mammon – Glaubensbekenntnis“ zu landen.

Und so wird es weiter gehen. Verwandlung pur. Von einen auf den nächsten Schlag Schalter umlegen: anderes Stück, andere Grundsituation, andere Haltung. Das wird ein rasantes Szenenspektakel, das steht jetzt schon fest. Zu hoffen ist nur, dass die Spieler selbst so schnell folgen können – über das Publikum reden wir dann später…

9.3.07 20:43


Mehr von diesen Teufeln statt all der kurzen Röcke

Links die Erde (die Pforte zum Theater), rechts die Hölle (ein chaotischer Arbeitsplatz) und mitten drin der Himmel (eine Himmelspforte mit gemütlichem Sofa und Sessel). Die kleine Bühne der Montessorischule, am Samstagabend.

Während sich im Himmel Sankt Petrus neue Designerklamotten – besonders kurze Röcke für die adretten Engelchen und einen Anzug mit rosa Hemd für sich selbst – aufschwatzen lässt, versucht die Teuflin das ins Wanken geratenen Geschäfte ihres Mannes in die Hand zu nehmen, weil dieser sich lieber die Zeit mit den drei kurzröckigen hochstifeligen Schergen als mit Verträgen vertreibt, versucht Luise auf der Erde (übrigens auch mit immer kürzer werdendem Rock) verzweifelt zum Intendanten vorzukommen um ihn von ihrer zauberhaften Naturstimme zu überzeugen…

Der Anfang zieht sich, das Ganze ist relativ voraussehbar, aber ein grandioser Teufel (David Meyer), ein urkomischer Theaterpförtner (David Drink), ein versoffener Hilfsregisseur (Till Klein) und eine sehr überzeugende Mutter (Julia Ziemes), die den Himmel mit den Zeitungsartikeln ihrer, durch den Pakt mit dem Teufel nun doch noch berühmt gewordenen Tochter terrorisiert, nicht zu vergessen die kleine autogrammgeile Omi, die im Himmel ihre Sammlung ausdehnen kann, lassen einen gerne zusehen und entlocken den ein oder anderen Lacher. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer und kurzweiliger Abend.

Weitere Vorstellungen: Sonntag 12.März, sowie Montag und Dienstag, jeweils um 19.30 h .

10.3.07 23:46


Ein ganz gewöhnlicher Tag mit offenen Augen

Ein Paar umarmt sich, sie stehen auf dem Parkplatz vor einem Supermarkt.
Eine Oma schaut aus ihrem Fenster und behält die Welt im Auge.
Ein Obdachloser krault mit unglaublicher Hingabe seinen geschützt unter der Decke liegenden Hund.
Ein Vater hüpft mit seinen zwei Söhnen über die matschige Wiese, den Drachen zum Steigen lassen in der Hand.
Eine dm-Kassiererin erkundigt sich liebevoll nach der Schramme am Kinn eines alten Herrn.
Eine junge Frau geht los um eine Tasse Reis zu schnorren, und kommt mit einem Stück frisch gebackenen Pizza von der Nachbarin zurück.
Zwei Schwarze nehmen einen kleinen Schwarzfahrer auf ihr Ticket mit – ein Kontrollör begrüßt es mit einem Lächeln.
Drei junge Männer sitzen auf einem alten Sofa auf einem Bahnsteig in der Sonne.
Eine Familie, Vater und Mutter mit zwei Kindern beim Fahrradausflug.
Ein junges Paar, beide bepackt mit riesiger Reiserucksäcken.
Eine ganze Reihe von Motorrädern vor einem Cafe in der Sonne.
Zwei Männer mit nacktem Oberkörper an einem weißen Gartenmöbel-Plastiktisch, vor ihnen zwei offene Flaschen Bier.
Ein altes Paar, beide den gleichen grauen Haarschnitt, die Arme auf die gleiche Weise im Rücken verschränkt, im Gleichschritt.

Menschen. Beziehungen. Orte. Momente. Glück. Heimat?

11.3.07 15:50


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung